Aktuelle Ausgabe

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die urbane Mobilität befindet sich im Umbruch. Der motorisierte Individualverkehr stößt zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen, ganz besonders in einem stark wachsenden Ballungsraum wie dem Rhein-Main-Gebiet. Diese Entwicklung trägt dazu bei, dass dem Radverkehr neue Bedeutung zuwächst. In Frankfurt fand dazu eine bemerkenswerte Ausstellung statt, die eine Fülle internationaler Leuchtturmprojekte präsentierte.

Der drohende Verkehrskollaps setzt auch Entscheidungsträgerinnen und -träger zunehmend unter Handlungsdruck. Sie kommen am Thema Fahrrad nicht mehr vorbei. So eröffneten dieses Jahr in Darmstadt erstmalig OB Partsch und Minister Al-Wazir den Fahrradaktionstag. Und die Stadt Darmstadt baut ein neues Sachgebiet Radmobilität auf. Mit dessen Leiter führten wir ein Gespräch über die Situation in Darmstadt. Weitere zarte positive Signale - nicht mehr und nicht weniger - sehen wir in der Fahrradstation am Darmstädter Hauptbahnhof. Jedoch nicht nur in Darmstadt, auch im Landkreis gibt es vielversprechende Ansätze. So sucht beispielsweise in Griesheim eine neue Initiative Mitstreiterinnen und Mitstreiter, um das Radfahren voranzubringen. In Dieburg stellen wir an der einen Stelle Fortschritt, an einer anderen Stelle Stillstand fest.

{titel>(4):Den Radverkehr der Zukunft gestalten}

Die Fahrradszene ist in den vergangenen Jahren deutlich vielfältiger und lebendiger geworden. Inzwischen beantworten viele die Frage, ob die Maßnahmen der Kommunen ausreichen, mit einem klaren Nein. Nicht nur in Darmstadt, auch in Frankfurt und Kassel treiben Fahrradaktivistinnen und -aktivisten Bürgerbegehren voran und fordern Radentscheide. In Darmstadt sind wir gespannt, wie die Klage der Initiative Radentscheid vor dem Verwaltungsgericht ausgehen wird.
Weichen für die Zukunft werden auch bei der jährlichen Bundeshauptversammlung des ADFC gestellt. Als ADFC Darmstadt-Dieburg betrachten wir es als besondere Bestätigung, dass sie 2018 in Darmstadt stattfand.

Alltag und Freizeit

Das Radfahren wird jedoch nicht nur wichtiger, es verändert sich auch. Mieträder und Lastenräder bzw. Räder mit Anhänger erobern die Städte. Und die Digitalisierung kommt auf dem Fahrrad an. Wir beobachten eine Vielzahl an Trends, die allesamt in die gleiche Richtung zeigen. Das Fahrrad ist längst aus der Nische getreten, in der es lange Zeit war. Für viele ist das Fahrrad selbstverständlicher Teil ihres Alltags. Mit den Kilometern, die auf dem Weg zur Arbeit zurückgelegt werden, kann man sogar Weltumrundungen schaffen.

Gleichwohl ist das Rad niemals nur Fortbewegungsmittel für den Alltag, sondern immer auch für die Freizeit. In diesem Heft stellen wir eine außergewöhnliche Tagestour vor. Tourenangebote sind und bleiben ein Kernelement im Angebotsportfolio des ADFC.

Die Perspektive des VCD

Den urbanen Verkehr insgesamt betrachten - diesen Ansatz verfolgt der VCD Darmstadt-Dieburg. Er bereichert die aktuelle Ausgabe mit Artikeln über den Park(ing) Day sowie zu den leidigen Themen Elterntaxi und Gehwegparken. Gleichzeitig blickt der VCD in die Zukunft, auf die kommende Lichtwiesenbahn und präsentiert eine Vision, wie der Cityring in Zukunft aussehen könnte.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Helga Hofmann


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